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9. Tag - Eintritt
Nach oben Ich habe mich entschlossen. Diesmal werde ich hereingehen. Dieser fremde Ort - was immer dort warten mag, in den Schatten und hinter dem Nebel... Ich will es erfahren.
Fast schon bannt mich allein der Anblick des Tores selbst. Fast schon zittere ich als ich diese öffnung durchschreite und es ist, als würde alles, was draussen war verstummen. Alles, was drinnen ist nimmt seinen Platz ein und mehr.
Alles, was ich noch sehe ist der Nebel und alles, was ich noch höre ist mein eigener Atem. Er zittert - ich habe tatsächlich Angst. Was würde Brandolf denken, wenn er wüsste, dass ich wegen ein wenig Nebel zittere. Kalt umstreicht er meine Beine, kriecht feucht herauf, über meine Haut bis zum Bauch und höher...

Ich will schlafen... einfach schlafen... die Schemen, die der Nebel formt, sollen sie doch meine meine Träume werden...

nein.
Noch nicht!
Beinahe hätte ich mich hingesetzt und mich in ihnen versinken lassen - in dieser süsses Umarmung, aber nicht. Es ist kalt. Man sagt - wenn man einschläft, wenn es so kalt ist, dann wacht man nicht mehr auf... Einen Schritt noch...

Ich falle...

8. Tag - Verbindungen
Nach oben Wieder Nacht! Immer passiert es nachts, aber diesmal war es ganz seltsam. Ich habe wieder geträumt - gibt es denn nichts reales mehr? Und ich träumte ich lief über eine Ebene und am Horizont stand ein riesiger Stein. Er leuchtete wie meiner, er sah aus wie mein Bluewater, nur viel viel grösser. Dann waren da Stimmen - sie versuchten mich zurückzuhalten - ein warmer Wind oder fast heiss... und dann kam ich auf einmal kaum voran... und dann... dann...wurde es langsam hell in meinem Traum...
Dann bin ich aufgewacht.
Ich stand vor dem grossen Felsenturm, der direkt in die kürzlich aufgetauchten, schroffen Berge gewachsen schien. Ich weiss nicht wie ich dort hingekommen bin - schliesslich lag ich doch bei Brandi im Bett - oder etwa nicht?

Wie ich später erfahren habe bin ich schlafgewandelt. Einige Wachen haben versucht mich aufzuhalten, aber ich konnte mich losreissen. Sie haben mich auch davor bewahrt in den Fluss zu fallen. Jetzt muss ich nur noch herausfinden warum ich an dem Turm auftauchte, den Deedlit "Zuflucht" nennt...
Das hat sicher einen Grund.
Bald werde ich ihn betreten....

7. Tag - Renn!
Nach oben Weiter, immer weiter. Hauptsache laufen!
Ja, die Träume sind zurückgekehrt. Sie jagen mich, lassen mich laufen. Dabei weiss ich genau, dass ich nicht mehr laufen muss. Gerade dann, wenn ich mich sicher fühle sind sie am schlimmsten.
Ich war im Haus, bei Brandi und Roana, aber ich konnte nicht schlafen. Es war als würde mir etwas die Luft abschnüren, als wäre da irgendetwas ganz nah! Ich konnte nicht stillhalten, aber immer wenn ich herausging... dort war nichts! Natürlich nicht, was hätte dort auch sein sollen?
Schliesslich habe ich einen Spaziergang gemacht, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Erst als es dämmerte ging es besser.

Und der Stein auf meiner Brust hat die ganze Zeit sanft geglüht...






6. Tag - Ein-Horn
Nach oben Der Stein leuchtet wirklich aus eigener Kraft! Und er versucht mich zu warnen.
Ich traf Nephatiry wieder - zusammen mit Moria sind wir in die Zuflucht gegangen um dort zu spielen. Auf einmal taucht aber dieser Nex-U-Dan dort auf und bedroht uns. Er will Nephatiry einsperren, meinte wir wüssten nicht, womit wir uns das einlassen, aber ist das nicht unsere Sache? Er kann sie nicht einfach einsperren. Dann hat er mit Blitzen um sich geworfen. Er meint, dass er uns noch einmal Bedenkzeit geben würde und ist dann verschwunden.
Während er da war hat aber der Stein auf meiner Brust ganz doll geblinkt und hell geleuchtet, wenn er Blitze geschleudert hat. Das Funkeln, wenn ich am See oder in der Zuflucht bin sind dann sicher auch keine Reflektionen.
Das war aber nicht alles was passiert ist. Kurz nachdem er weg war ist Nephatiry zusammengebrochen und hat geschrien vor Schmerzen...

Ihr wuchs ein Horn aus dem Kopf!

Ich glaube sie hatte viel mehr Angst davor als wir. Jetzt hat sie ein weisses Horn und... Angst vor sich selber. Als wäre dieser Nex-U-Dan nicht schon schlimm genug. Das nächste Mal lasse ich ihn nicht mehr so einfach gehen. Ich frage mich aber so langsam auch, was sie sein mag. Sicherlich nichts böses. Sie mag keine Schmerzen, dann wird sie sicher niemanden wehtuen und wenn doch, kann ich immer noch versuchen ihr zu helfen. Nicht wahr?

Und noch etwas: Sadira, meine neue Freundin scheint grossen Gefallen an Moria gefunden zu haben. Ich hatte schon Angst, dass sie mich jetzt nicht mehr mag, aber es ist alles in Ordnung. Die beiden spielen ein seltsames Spiel, das ich nicht verstehe... Moria spielt eine Sklavin und Sadira demütigt sie. Wieso gefällt ihr das? Das ist doch falsch... Ist unsere Welt so krank? Oder gibt es einfach noch mehr Dinge die ich nicht verstehe...

Was der Stein wohl bedeuten mag...

5. Tag - Aengste und Hoffnungen
Nach oben Warum muss ich nur so oft so viel Angst haben? Das ist einfach grässlich, dabei kann ich doch stark sein. Ich bin es doch - warum bloss habe ich immer so viel Angst? Aber Brandi ist einfach ein Traum. Ich kann einfach zu ihm gehen und ihm alles sagen. Brandi, solltest du das hier jemals lesen: ICH LIEBE DICH!

So langsam komme ich den Geheimnissen etwas näher. Ich habe mich noch einmal mit Sara getroffen wegen dem Stein. Ich fand sie am See, sie scheint sehr viel Zeit dort zu verbringen. Und das hier hat sie mir gesagt:

"Das in der blauen Tiefe muss weiterschlafen
 Der Stein gibt Sicherheit
 Seine Kraft gehört dir, jetzt ist er gebunden
 Einst vertrieb er die Schatten dieser Welt
 Jetzt vertreibt er diese Schatten
 Er hält mit dir die Augen offen
 Er hält für dich die Augen offen
 Seine Macht liegt in dem, was nicht ist
 Doch ohne ergreift einen der Wahnsinn
 Erkennt man die Realität nicht mehr
 Aber mit ihm kann sie mehr werden, als sie scheint."

Ich habe es nicht verstanden, aber das werde ich sicher noch. Irgendwie macht es mir Hoffnung. Der Ort, der Tag, die Nacht, der Himmel, das Wasser, der Mond scheinen genau richtig.
Wir werden die Augen offenhalten und sehen.

4. Tag - Fast schon zu ruhig...
Nach oben Gestern Abend war sie wieder da. Die, aus einer anderen Welt.
Nephatiry.
Sie ist fast noch wie ein Kind. Ich hoffe ich tue ihr nicht weh, es ist so schwer - aber ich bin, was ich bin, ich bin wer ich bin. Das muss sie lernen. Wie so viele andere Dinge. Besser wäre, sie bliebe in ihrer Welt, unsere ist voller Gefahr und Schmerzen. Trotzdem will sie es sehen.
Aber wer ist dieser komische Kerl, Nex-U-Dan? Warum will er nicht, dass ich mich mit ihr treffe, warum will er sie unbedingt in ihrer Welt einsperren? Ich habe das Gefühl, dass es nicht alles so einfach und schön wird, wie es im Moment scheint... Sie muss doch lernen dürfen, wenn sie will.
Menschen sind manchmal schon reichlich komisch. Gestern Abend traf ich Sundance und andere in der Taverne. Ich habe Sundance einen Kuss auf die Sirn gegeben und auf einmal fängt sie an sich aufzuregen. Warum bloss, schliesslich ist das doch nichts schlimmes. Warum versuchen Menschen oft diese schönen Dinge zu vermeiden? Vielleicht streiten sie sich ja deshalb dauernd... Deedlit meint auch, dass das so sein müsse.
Ich war traurig, schliesslich wollte ich doch etwas gutes machen und bekomme dafür am Ende noch Ärger, aber der Stein hat mir Sicherheit gegeben. Ich habe ihn eine ganze Weile angeschaut, ich weiss es klingt lächerlich, aber es schien mir, dass er zurückschaute. Auf jeden Fall war ich hinterher nicht mehr wütend. Vielleicht sollte ich mich bei Sundance entschuldigen... auch wenn sie nicht richtig handelt.
Diese Nacht habe ich endlich einmal gut geschlafen. Keine Alpträume, kein ungutes Gefühl. Selbst im Traum trage ich den Stein. Er beschützt mich vor den Schatten.






3. Tag - Der erste Traum, den ich fassen kann...
Nach oben Es wird immer seltsamer. Vor der Taverne steht ein steinerner Hund, Solan meint er wäre ein Wächter. Er würde die Träume und Hoffnunge bewachen.

Diese Nacht hatte ich zum ersten mal einen Traum, den ich beschreiben kann, zumindest etwas. Ich war bei... Leuten zu besuch, ältere Menschen. Zwei Paare, sie lebten zusammen in diesem Haus. Ich ging herein, begrüsste die Frauen, die Männer waren unten in der Werkstatt. Ein Treppe führte herunter. Sonne schien durch das offene Tor in den staubigen Raum. Sie waren alle sehr freundlich. Ich hab ein paar nichtssagende Worte mit den Frauen gewechselt und bin dann herunter in die Werkstatt gegangen, zu den Männern. Auch mit ihnen wechselte ich ein paar Worte. Einer von ihnen sagte zu mir:
"Lass die schwarzen Träume niemals wahr werden, das Tiefblaue muss weiterschlafen!"
Ich bin dann rückwärts wieder Hochgegangen, ich wollte zurück ins Haus. Fast Panikartig bin ich eine schmale Wendeltreppe hochgestolpert - Ich kann mich nicht erinnern, ob ich auch dort heruntergekommen bin.
Plötzlich springt mir ein Hund ins Gesicht und greift an. Ich versuche noch ihn zu beruhigen, er ist so nah und schnell, ich kann ihn kaum erkennen. Aber ich glaube er ähnelt dem Hund vor der Taverne irgendwie - doch die Augen, sie leuchten anders... aber woher will ich das wissen?
Ein heller, blauer Schein weckt mich auf, sicher die ersten Sonnenstrahlen.

Aber es gibt auch erfreuliches. Ich habe mich Gestern mit Deedo unterhalten. Jetzt verstehe ich, was am Leben so gut ist, warum man es nicht zerstören sollte. Ich werde versuchen meinem Weg weiter zu Folgen ohne Leben zu vernichten - gut, dass mir Keo einen Zauber beibringen konnte damit ich niemanden verletzen Muss und trotzdem ich selbst sein kann.

2. Tag - Kein Schlaf diese Nacht
Nach oben Erst traf ich Gestern dieses seltsame und doch liebenswürdige Wesen. Sie war wunderschön, und irgendwie nicht richtig Teil dieser Welt. Einfach Zauberhaft. Ich habe ihr erklärt, was Freundschaft und Hass, Liebe, Abneigung, Freude und Schmerzen sind. Sie hat mir ihre Welt gezeigt. Ich hab ihr meine auch gezeigt, ich glaube es hat ihr gefallen. Ich hoffe es.
Dann diese Träume. Ich kann sie nicht fassen, aber ich konnte kaum schlafen wegen ihnen. Sie waren kalt und schrecklich und dunkel.
Mächtig.
Sie waren so, auch wenn ich mich nicht an ihren Inhalt erinnern kann, sie müssen einfach so gewesen sein. Das habe ich im Blut. Ich weiss einfach nicht, was das alles zu bedeuten hat:
Sobald ich die Augen schloss waren sie da. Ich kann ihnen keine Form geben. Sie sind einfach scheusslich, schrecklich, dunkel.
Mächtig.
Zwei Mal, als ich fast wieder am schlafen war, sah ich ein Licht, oder vielmehr... ich meinte, da wäre ein Licht gewesen. Es hat mich aufgeweckt, aber ich konnte nichts entdecken.
Zu solch Nachttrunkener Stunde macht ja auch niemand Licht, alles schläft...sicher macht niemand Licht.

Ob sie und die Träume zusammen gehören?

Ich werde Brandi erzählen, was passiert ist. ... Aber was sage ich ihm? Ich habe ja nichts gesehen.
Bestimmt hat es etwas zu bedeuten... ich fühle es einfach, es ist wichtig...
Ich habe Angst...

1. Tag - Bluewater
Nach oben Ich habe mich entschlossen ab heute dieses Tagebuch zu führen, weil so viel passiert ist und das warscheinlich erst der Anfang ist. Ich bin verwirrt und habe ein bisschen Angst.
Heute Morgen machte ich einen Spaziergang am See. Sara kam mir entgegen. Trotz der Kälte hier war sie anscheinend schwimmen. Sie sagte nichts, aber kam direkt auf mich zu. Ihr ganzer Körper dampfte, als hätte sie ein heisses Bad genommen. Ihr Blick, diese unglaubliche Sicherheit in ihren Augen machte mir ein bisschen Angst. Dann streckte sie lächelnd ihre Hände aus. In ihren Handflächen geborgen lag ein blauer, rautenförmiger Stein, in Gold eingefasst und an einer dünnen, goldenen Kette.
Sie sagte: "Hier, das wirst du brauchen."
Ich konnte nicht anders, ich nahm ihn an mich.
Es war mir einen Moment als würde er aus eigener Kraft leuchten oder glitzern, aber das war sicher eine Täuschung, eine Reflektion der aufgehenden Sonne im See. Trotzdem fühle ich, dass mit dem Stein etwas nicht stimmt. Es ist als hätte er schon ewig zu mir gehört aber erst jetzt zuruück zu mir gefunden... Was bedeutet das?
Sara verschwand genauso still wie sie kam wieder im See. Was passiert hier nur?